Im Dezember fanden anlässlich des 100. Todesjahres von Franz Kafka zwei Veranstaltungen an der DSM statt, die unter dem Titel „Die Herrlichkeit des Lebens“ einen besonderen Blick auf den berühmten Schriftsteller warfen.
Der Titel scheint auf den ersten Blick untypisch für Kafka, dessen Name gemeinhin mit ernsten, düsteren Themen und dem Begriff „kafkaesk“ assoziiert wird. Die Biografie des Autors – geprägt von väterlichem Druck, schwerer Krankheit und inneren Kämpfen – scheint kaum Raum für „Herrlichkeit“ zu lassen. Doch Michael Kumpfmüllers Roman „Die Herrlichkeit des Lebens“ (2011) eröffnet eine neue Perspektive: Er erzählt von den letzten Lebensmonaten Kafkas, in denen er, trotz fortschreitender Krankheit, in der Beziehung zu Dora Diamant eine tief empfundene Liebe und Momente des Glücks fand.
Im Rahmen eines abendlichen Literatur-Cafés führte Michael Kumpfmüller die Gäste in sein Werk ein, bevor der Kinofilm (2024), der auf seinem Roman basiert, gezeigt wurde. Das Publikum begegnete einem Kafka, der – sterbenskrank, aber von einer letzten großen Liebe getragen – eine überraschend hoffnungsvolle Seite zeigt.
Am folgenden Tag gestalteten Michael Kumpfmüller und Belén Santana (Universität Salamanca), die Übersetzerin des Romans ins Spanische, ein Schüler-Literatur-Café für die 11. Klassen. Neben einer intensiven Beschäftigung mit Franz Kafka und seinem Werk erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Arbeit eines Autors und einer Übersetzerin.
Unser herzlicher Dank gilt Michael Kumpfmüller und Belén Santana für ihren inspirierenden und bereichernden Besuch!