Curriculum Lernkompetenz

Curriculum Lernkompetenz

Unterricht ist das Kerngeschäft von Schule. Deshalb ist die Entwicklung eines „guten“, effektiven Unterrichts eine ständige und zentrale Herausforderung für das Pädagogische Qualitätsmanagement. Die Unterrichtsforschung kann unter Rückgriff auf empirische Verfahren inzwischen genauer als früher angeben, welche Merkmale von Unterrichtskultur sich positiv auf den Lernerfolg von Schülern auswirken. Der in den Bildungswissenschaften entwickelte Begriff der „Kompetenzorientierung“ hat stärker als bisher ins Bewusstsein gehoben, dass dabei neben kognitiv-fachlichen Aspekten auch dem Aufbau sozialer und methodischer Kompetenzen eine besondere Bedeutung zukommt.


Die Einführung eines verbindlichen Methodencurriculums für die Jahrgänge 5 bis 10 zum Schuljahr 2008-2009 war im diesem Zusammenhang ein Meilenstein in der Unterrichtsentwicklung der DS Madrid. In den nächsten Jahren wurden z.T. sehr unterschiedliche Maßnahmen zur Verbesserung des Unterrichts an der DS Madrid eingeleitet, u.a. die Fortschreibung des Curriculums als Konzept zur Unterrichtsentwicklung (i.d.Fg. vom 25.09.2009, erarbeitet auf dem Pädagogischen Tag 2009), der Beginn des LionsQuest-Programms zum sozialen Lernen (Schuljahr 2010-2011), die Erstellung einer einheitlichen curricularen Grundlage der Deutschen Auslandsschulen weltweit auf der Basis von Kerncurricula und regional abgestimmten Schulcurricula einschließlich der Kompetenzorientierung (ab 2011) und die Einführung des Unterrichtsthemas und des Wettbewerbes „Jugend debattiert Iberien“ (Schuljahr 2012-2013).


Die Bund-Länder-Inspektion (Oktober 2010) bescheinigte der DS Madrid dann auch „einen systematischen Prozess der Unterrichtsentwicklung von klaren Zielsetzungen“. Auch im „Rahmen eigenverantwortlichen Arbeitens werden spezifische Lernformen praktiziert, z. B. offene Unterrichtsformen, Formen kooperativen Lernens, z.B. Gruppenarbeit“. Anerkennenswert sei weiterhin, „dass die Lernumgebung überwiegend schüleraktivierende Lernformen fördert – obwohl die Räumlichkeiten sehr beengt sind“. Gleichwohl sehen die Inspektoren – wie könnte es auch anders sein – „im Bereich der Unterrichtsentwicklung weiterhin ein wichtiges Entwicklungsfeld für die Schule“.


So wurde schließlich die Überarbeitung und Modernisierung des vorhandenen Methodencurriculums notwendig. Dem neuen Curriculum Lernkompetenz stimmte die Fachleiterkonferenz auf ihrer Sitzung am 14.03.2013 zu. Darüber hinaus wurde die Ausarbeitung von Qualitätsindikatoren und Operatoren für die einzelnen Kompetenzen (nach Fachschaften und Jahrgangsstufen gegliedert) vereinbart. Dies geschah auf dem Pädagogischen Tag im Schuljahr 2013-2014. Beim Bilanzbesuch (September 2013) erhielt das vorgelegte Curriculum Lernkompetenz die Bewertung "++".


Das Curriculum beschreibt Lernkompetenz gleichermaßen als Methodenkompetenz (individuelle Lern- und Arbeitstechniken), als Selbstkompetenz, als Teamkompetenz (soziale und kooperative Kompetenzen) und als Sprachkompetenz.


Die im Curriculum aufgeführten Kompetenzen werden nun zukünftig systematisch und schrittweise (klassen- und fächerweise), im Rahmen von Trainingsspiralen eingeführt und anschließend im Rahmen von Lernspiralen eingeübt. Die Einführung und Anwendung der Kompetenzen wird klassen- und altersstufengerecht dokumentiert. Die Schülerinnen und Schüler können die erlernten Kompetenzen schließlich im Rahmen des selbstgesteuerten Lernens effektiv anwenden. Die Unterrichtenden werden auf diese Weise zu Moderatoren des Lernprozesses.


Im Curriculum wird im Hinblick auf den Kompetenzerwerb unterschieden zwischen fachspezifischen und fächerübergreifenden Kompetenzen.


Die Einführung einer fachspezifischen Kompetenz wird im Klassenbuch dokumentiert und – sofern die Verhältnisse es zulassen – im Klassenraum visualisiert. Zudem bestimmt jede Fachschaft die Kompetenzen, bei denen ein standardisiertes Vorgehen bei der Kompetenzvermittlung innerhalb der Fachschaft möglich ist und auch sinnvoll erscheint. Die Fachschaften entscheiden weiterhin, ob für diese ausgewählten Kompetenzen eine „Gebrauchsanleitung“ erstellt wird, die dann von allen Lehrkräften angewendet und in einem möglichen Kompetenzpass von den SuS abgelegt werden könnte.


Als Beispiel für den Typ A sei die Kompetenz „Texte erschließen und visualisieren“ (Klasse 7) erwähnt, die auf dem Pädagogischen Tag im November 2014 vom gesamten Kollegium trainiert wurde und die dann von Klassen- und Fachlehrer/inn/en den SuS im Rahmen eines Kompetenztages vermittelt wurde. Als weitere Kompetenzen vom Typ A kommen zukünftig die Kompetenzen „Recherchieren und Präsentieren“ (Klasse 11) sowie „ Grundkompetenzen“ (Klasse 5) in Betracht. Beim Typ B bieten sich die fächerübergreifenden Kompetenzen an, die nur wenige Fachschaften betreffen, bei denen sich aber eine Kooperation zur Abfassung einer gemeinsamen „Gebrauchsanleitung“ sinnvoll erscheint.


Die Einführung des Curriculum Lernkompetenz zum Schuljahr 2015-2016 wurde am 13.05.2015 von der GLK der DS Madrid beschlossen.


Das vollständige Curriculum zum Anschauen: Curriculum Lernkompetenz der DS Madrid


Integration des DFU-Methodencurriculum in das Curriculum Lernkompetenz


Für die meisten Schülerinnen und Schüler an der DSM ist Deutsch nicht ihre Muttersprache. Somit gehört die Förderung der Sprachkompetenz zu den zentralen Aufgaben des (deutschsprachigen) Unterrichts an der DSM. Der eigene Schwerpunkt Sprachkompetenz im Curriculum Lernkompetenz bezeugt dies.


Dado que la meta del currículo metodológico DFU es transmitir a los alumnos y alumnas métodos y técnicas útiles para el desarrollo de su capacidad lingüística general, el DFU fue integrado en el currículo “Aprender a aprender”. Afecta a las competencias objetivo marcadas con un (*) en las áreas competencia lingüística, metodológica, capacidad para actuar con iniciativa y responsabilidad y trabajo en equipo.


Die Förderung der Sprachkompetenz erfolgt aber nicht nur über sprach- bzw. fachsprachspezifische Methoden und Arbeitstechniken, sondern auch über solche grundlegenden Methoden, Techniken, Arbeitsweisen und Arrangements, die generell für jeden sprachfördernden Unterricht gelten.


Da Idee und Ziel des DFU-Methodencurriculums ist, grundlegende Methoden, Arbeitsweisen und Techniken den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, die fachübergreifend der Förderung der Sprachkompetenz dienen, wurde das DFU-Curriculum in das Curriculum Lernkompetenz integriert und umfasst die im Bereich der Schwerpunkte Sprachkompetenz, Methodenkompetenz, Selbstkompetenz und Teamkompetenz mit einem Sternchen (*) markierten Zielkompetenzen.


Madrid, im Mai 2015