Zum Literatur-Café am 28. Februar wurden die Gäste diesmal mit einem kurzen Video begrüßt. Es zeigte Bilder zur Idee und Entstehung des Romans „Líneas de fuga“ und machte gleich zu Beginn deutlich, was mit der Veranstaltung einmal mehr erreicht werden sollte: eine kulturelle Brücke zwischen Deutschland und Spanien zu bauen.
Diese Brücke wurde nicht nur sprachlich geschlagen, indem die Lesung und Diskussion zweisprachig abliefen, sondern auch thematisch. So las die Autorin Begoña Quesada Passagen aus ihrem Werk vor und ließ die Protagonisten ihres Romans auf einfühlsame Weise zu Wort kommen. Die Zuhörenden wurden mitgenommen auf die bewegende Reise der Geschwister Klaus und Erika Mann, Kinder des Nobelpreisträgers Thomas Mann, die als Journalisten den spanischen Bürgerkriegs dokumentierten. Die Verschmelzung von Realität und Fiktion wurde besonders deutlich in der Begegnung von Erika Mann und Hannah Arendt, die nach ihrer Gefangenschaft in Frankreich über Spanien nach Portugal und schließlich in die USA floh. Diese fiktive Begegnung wurde von Schülerinnen der 11. Klasse unter der Leitung von Olga Palafox in Szene gesetzt. Auf eindrucksvolle Weise ließen die Schülerinnen dabei die beiden starken Frauen und die Frage nach moralisch richtigem Handeln - vor allem auch unter Kriegsbedingungen - lebendig werden. So wurde deutlich, dass der historische Roman von Begoña Quesada, der es bereits unter die Finalisten des Premio Espartaco a la mejor novela histórica en español publicada en 2023 geschafft hat, durchaus auch aktuell ist.
Mit dem Besuch der Schriftstellerin Begoña Quesada, die seit vielen Jahren in Deutschland lebt, wurde außerdem im Rahmen des Schüler-Literatur-Cafés eine Brücke zwischen der spanischen und deutschen Kultur geschlagen. So beschäftigten sich etwa 20 Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse unter Anleitung von Begoña Quesada mit den unterschiedlichen Vorstellungen und Wahrnehmungen von Deutschland und Spanien und begaben sich in einen regen Austausch darüber. Dazu gestalteten sie unter anderem Collagen mit zahlreichen Artikeln aus Zeitschriften und Zeitungen und drückten damit ihre persönlichen Vorstellungen aus. Begoña Quesada, die in ihrem Buch „Alemania, el país imprescindible” ihre Erfahrungen mit Deutschland nach ihrem Umzug dorthin veranschaulicht, und aus dem Buch den Schülerinnen und Schülern auch einen Auszug vortrug, gab zahlreiche Denkanstöße. Sie unterstrich die Bedeutsamkeit der interkulturellen Prägung, die die Schülerinnen und Schüler erfahren haben, und die sie auch auf ihrem weiteren Lebensweg immer begleiten werde.
Wir danken Begoña Quesada und den Schauspielerinnen Luciana, Laura, Marina, Zoë sowie Olga Palafox von Herzen für die bereichernden Veranstaltungen und der Klasse 11b für die Bewirtung!