Jugend debattiert

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ἄνθρωπος ζῷον λόγον ἔχον

Der Mensch ist ein Lebewesen, das spricht (Aristoteles).



Die Schule ist der klassische Ort sprachlicher Bildung, und nicht zufällig ist die Schule auch der Ort, an dem die klassische Rhetorik ihren Anfang nahm. Jeder weiß zwar, ob er sich von einer Rede angesprochen fühlt, doch eine Rede gut zu gestalten, ist eine Aufgabe, die Talent, Übung und Unterricht verlangt. Rhetorik kann man lernen, wenn man dabei Bestätigung erfährt und Beispiele findet, die zeigen, dass die Mühe lohnt.

Das Debattieren ist eine besonders reizvolle Art, sich der Rhetorik anzunähern. Pro und Contra, witzige Wortwechsel, Themen, die alle angehen, sind für Hörer wie Redner interessant. Eine Vielzahl von Fähigkeiten kommt hier zusammen, zumal, wenn man an die umfangreiche Vorbereitung denkt. Das Debattieren gilt deshalb mit Recht als Königsdisziplin der Rhetorik.

Als Inbegriff des Streits nach Regeln ist die Debatte zugleich ein Modell für Willensbildung in unserer demokratischen Gesellschaft. Denn überall, wo wir als Bürger zusammenkommen, um zu verbindlicher Entscheidung in praktischen Fragen zu gelangen, überall, wo wir in Rede und Gegenrede klären, was bei der betreffenden Entscheidung zu bedenken ist, wird debattiert.

Wer reden kann, kann gemeinsam mit anderen etwas bewegen. Ob in der Schule, in der Familie, unter Freunden oder im Verein: Wenn Entscheidungen anstehen und schwierige Fragen zu klären sind, kommt es darauf an, Position zu beziehen und sich mit anderen auszutauschen.

Bei „Jugend debattiert“ können Schüler lernen, sicher und überzeugend aufzutreten. Sich im Reden zu üben, nützt auch in mündlichen Prüfungen, bei Bewerbungen und später im Studium und Beruf. Jugend debattiert zeigt außerdem, wie wichtig es ist, mitzureden in der Gesellschaft. Eine Demokratie braucht Menschen, die kritische Fragen stellen. Menschen, die aufstehen, ihre Meinung sagen und sich mit den Meinungen anderer auseinandersetzen. Menschen, die fair und sachlich debattieren. Bei Jugend debattiert setzen sich Schüler gemeinsam mit anderen mit Fragen auseinander, die sie selbst und die Gemeinschaft betreffen.

Debattieren bedeutet, sich zu einer strittigen Frage eine Meinung zu bilden, Gründe zu nennen und Kritik vorzutragen. Bei „Jugend debattiert“ sprechen vier Teilnehmer über eine aktuelle Streitfrage. Es geht um Themen, bei denen es gute Gründe gibt, sich dafür oder dagegen auszusprechen. Wie man seine Position gut begründet und verständlich formuliert, mit den Argumenten der anderen umgeht und zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten abwägt, kann man lernen. „Jugend debattiert“ hilft dabei, die individuellen rednerischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und macht außerdem Spaß !

Seit zehn Jahren gibt es „Jugend debattiert“ im Unterricht und als Schülerwettbewerb. Es ist mit jährlich über 100 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern das größte Projekt zur sprachlich-politischen Bildung in Deutschland. „Jugend debattiert“ ist ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator und der Heinz Nixdorf Stiftung auf Initiative und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Kooperationspartner sind die Kultusministerien und die Kultusministerkonferenz der Länder.

Seit dem Schuljahr 2012-2013 gibt es „Jugend debattiert“ als gemeinsames Projekt auch an den Deutschen Schulen in Iberien. An der DS Madrid nehmen die Schüler der 9. Klassen im Rahmen des Ethikunterrichts verbindlich am Training für „Jugend debattiert“ teil. Die Teilnahme am Wettbewerb ist freiwillig.


Jan Bernert (Regionalkoordinator Jugend debattiert Iberien)

E-Mail: Jan.Bernert@dsmadrid.org

 
Weitere Informationen zu Jugend debattiert auf der Homepage von Jugend debattiert Deutschland